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Waldbesitzer aufgepasst: Borkenkäfer schwärmt aus

Bodolz, den 15.06.2020

Im Landkreis Lindau/B. ist in den nächsten Tagen wieder mit einem großen großen Schwärmflug der Borkenkäfer zu rechnen. Die Förster des Amtes für Ernährung, Landwirtschaft und Forsten (AELF)Kempten appellieren deshalb an die Waldbesitze-rinnen und Waldbesitzer, in den kommenden Wochen gründlich zu kontrollieren, ob ihre Fichtenwälder befallen sind.


„Befallene Stämme müssen rasch aufgearbeitet und dann entrindet oder mindestens 500 Meter aus dem Wald transportiert werden“, erklärt Christian Müller vom Forstrevier Lindau. Zudem sei es ratsam, die Baumkronen zu häckseln, denn die Käfer nutzen schon Äste ab drei Zentimetern Durchmesser als Brutstätte. Aber auch bisher nicht aufgearbeite-tes Bruch- oder Windwurfholz aus vorausgegangenen Stürmen ist für die Käfer ideales Brutmaterial und sollte daher zügig entfernt werden. Diese sogenannte „saubere Waldwirt-schaft“ ist laut Abteilungsleiter FD Peter Titzler vom AELF Kempten die einzig wirk-same und bewährte Methode, um eine Massenvermehrung zu verhindern, die auch größere Waldflächen zum Absterben bringen kann. Beratung und Unterstützung bei der Bekämp-fung bieten neben den Förstern des AELF auch die forstwirtschaftlichen Zusammenschlüsse.


Wie die Symptome eines Borkenkäferbefalls aussehen und was dann zu tun ist, wird erst-mals auch in zwei Kurzvideos der Bayerischen Forstverwaltung erklärt. Die typischen Merkmale sind gut erkennbar: Frischer Befall zeigt sich durch braunes Bohrmehl, das aus-sieht wie Schnupftabak. Es sammelt sich auf Rindenschuppen, am Stammfuß, in Spinnwe-ben oder auf der Bodenvegetation. In der Folge färben sich die Kronen braun und die Rinde blättert ab. In solchen Fällen ist es laut Revierleiter Christian Müller wichtig, auch be-nachbarte Bäume intensiv zu untersuchen. Heuer sei besonders große Wachsamkeit gebo-ten, um eine starke Vermehrung der Käfer zu verhindern. Denn wegen der idealen Lebensbedingungen im letzten Jahr hätten mehr Käfer als sonst im Boden und unter der Rinde be-fallener Fichten überwintert.


Da die Bekämpfung des Borkenkäfers und der Erhalt der Wälder im Interesse der gesamten Gesellschaft liegen, unterstützt die Staatsregierung die Waldbesitzer bei dieser riesigen Herausforderung mit erheblichen finanziellen Mitteln. „Und darüber hinaus stehen unsere Revierförster jedem bestmöglich mit Rat und Tat zur Seite“, ergänzt Dr. Sauter Bereichs-leiter vom AELF Kempten. Detailinfos zur Borkenkäferbekämpfung, zu den Fördermög-lichkeiten und den Ansprechpartnern gibt es unter www.borkenkaefer.org.

 

Foto: Rudolf Vornehm